ERC Grants
Der Europäische Forschungsrat (ERC) fördert exzellente Forschende in allen Phasen der akademischen Karriere in 5 verschiedenen Förderlinien: Starting Grants, Consolidator Grants, Advanced Grants, Synergy Grants, Proof of Concept Grants. Der ERC zeichnet sich durch völlige Themenoffenheit und die Förderung von visionärer Grundlagenforschung („bahnbrechende Pionierforschung“) aus. Die Förderquoten liegen bei etwa 10-15%.
Die verschiedenen ERC-Förderlinien
Förderprofil
Der ERC Starting Grant richtet sich an talentierte Early‑Career‑Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die bereits exzellente Arbeiten vorweisen können, nun unabhängig arbeiten wollen und das Potenzial für eine Projektleitung zeigen. Gefördert werden eigenständige Projekte in allen Forschungsfeldern nach dem „bottom‑up“-Prinzip, durchgeführt an einer öffentlichen oder privaten Forschungseinrichtung (Host Institution) in einem EU‑Mitgliedstaat oder assoziierten Land.
Förderumfang
Starting Grants können bis zu 1,5 Mio. € für höchstens 5 Jahre umfassen. Zusätzlich sind bis zu 1 Mio. € für begründete Zusatzkosten (z. B. Start‑up‑Kosten, Großgeräte, Feldarbeiten) möglich.
Antragsberechtigung und Fristen
Antragsberechtigt sind Forschende aller Nationalitäten mit 2–7 Jahren Erfahrung seit Abschluss der Promotion, mit vielversprechendem wissenschaftlichem Track Record und exzellentem Antrag; die Frist kann z. B. durch Elternzeit, Krankheit oder ähnliches verlängert werden, maßgeblich ist seit 2023 das Datum der erfolgreichen PhD‑Verteidigung. ERC veröffentlicht jährlich Calls; Anträge können nur als Antwort auf einen „Call for Proposals“ bis zum jeweiligen Schlusstermin eingereicht werden und müssen die administrativen Formulare, den Forschungsantrag und ergänzende Dokumente enthalten. Die Bearbeitungszeit des Antrags – von Einreichfrist bis Projektstart – beträgt ca. 14 Monate.
Auswahlverfahren
Nach der formalen Prüfung werden die Anträge von internationalen Peer‑Reviewern begutachtet, wobei Exzellenz als einziges Kriterium für Projekt und PI gilt. Die Anträge werden in 28 Panels aus den drei Domains LS, PE und SH von Panelmitgliedern (unterstützt durch externe Referees) bewertet, gerankt und – bis zur Budgetgrenze des Calls – der Reihe nach zur Förderung ausgewählt.
Förderprofil
Der ERC Consolidator Grant richtet sich an Forschende, die ihre Unabhängigkeit konsolidieren, ein eigenes exzellentes Team aufbauen oder stärken und ihre erfolgreiche Laufbahn in Europa weiterentwickeln möchten. Gefördert werden – wie bei allen ERC‑Grants – bottom‑up definierte Projekte in jedem Forschungsfeld, die an einer geeigneten Host Institution in einem EU‑Mitgliedstaat oder assoziierten Land verankert sind.
Förderumfang
Consolidator Grants können bis zu 2 Mio. € für bis zu 5 Jahre umfassen (pro rata bei kürzerer Laufzeit). Zusätzlich können bis zu 1 Mio. € für besondere Mehrkosten und – bei Umzug aus einem nicht‑assoziierten Drittland – bis zu 2 Mio. € an zusätzlichen Mitteln beantragt werden; gefördert werden bis zu 100 % der förderfähigen direkten Kosten plus ein Zuschlag von 25 % auf diese direkten Kosten für die indirekten Kosten.
Antragsberechtigung und Fristen
Bewerben können sich Forschende aller Nationalitäten mit 7–12 Jahren Erfahrung seit Abschluss des PhD, mit vielversprechendem Track Record und hervorragendem Projektvorschlag; die Berechnungsfrist kann in bestimmten Fällen (z. B. Elternzeit, Krankheit) verlängert werden, auch hier gilt das Datum der PhD‑Verteidigung als Referenz. Es gibt jährliche ERC‑Calls für Consolidator Grants; Anträge werden ausschließlich als Antwort auf einen solchen Call bis zum angegebenen Stichtag eingereicht und müssen vollständige Formulare, Projektbeschreibung und ergänzende Unterlagen enthalten. Die Bearbeitungszeit des Antrags – von Einreichfrist bis Projektstart – beträgt ca. 14 Monate.
Auswahlverfahren
Nach der formalen Prüfung werden die Anträge von internationalen Peer‑Reviewern begutachtet, wobei Exzellenz als einziges Kriterium für Projekt und PI gilt. Die Anträge werden in 28 Panels aus den drei Domains LS, PE und SH von Panelmitgliedern (unterstützt durch externe Referees) bewertet, gerankt und – bis zur Budgetgrenze des Calls – der Reihe nach zur Förderung ausgewählt.
Förderprofil
Der ERC Advanced Grant richtet sich an etablierte, führende Principal Investigators, die langfristige Mittel für ein bahnbrechendes, ambitioniertes Forschungsvorhaben benötigen. Erwartet werden aktive Forschende mit bedeutenden wissenschaftlichen Leistungen und außergewöhnlicher Originalität und Relevanz ihrer Beiträge; formale zusätzliche akademische Kriterien sind nicht vorgegeben, gefördert werden bottom‑up Projekte in allen Disziplinen an geeigneten Host Institutions in EU‑Mitgliedstaaten oder assoziierten Ländern.
Förderumfang
Advanced Grants können bis zu 2,5 Mio. € für bis zu 5 Jahre umfassen (pro rata bei kürzeren Projekten). Zusätzlich steht ein Zuschlag von bis zu 1 Mio. € etwa für Start‑up‑Kosten, Großgeräte oder Zugang zu Großforschungsanlagen zur Verfügung, der bei Umzug aus einem nicht‑assoziierten Drittland auf bis zu 2 Mio. € steigen kann; gefördert werden bis zu 100 % der förderfähigen direkten Kosten plus 25 % Pauschale auf diese direkten Kosten, und die Advanced Grants werden derzeit im Rahmen eines Lump‑Sum‑Pilotcalls umgesetzt.
Antragsberechtigung und Fristen
Antragsberechtigt sind PIs als aktive Spitzenforscher:innen mit nachweislich bedeutenden Forschungsergebnissen und herausragenden Führungsqualitäten; spezifische zusätzliche akademische Anforderungen nennt die Seite nicht. Wie bei Starting und Consolidator Grants gibt es jährliche Ausschreibungen, auf die ausschließlich in Form eines vollständigen Antrags (Formulare, Forschungsantrag, Anhänge) bis zum jeweiligen „Call“-Schlusstermin reagiert werden kann; die Calls werden auf der ERC‑Seite, im EU Funding & Tenders Portal und im Amtsblatt veröffentlicht. Die Bearbeitungszeit des Antrags – von Einreichfrist bis Projektstart – beträgt ca. 14 Monate.
Auswahlverfahren
Die Anträge werden nach einem ersten Eligibility‑Check von ausgewählten internationalen Peer‑Reviewern begutachtet, die Exzellenz als einziges Bewertungskriterium für Projekt und PI anwenden. Sie werden in 28 fachlichen Panels der drei Domains LS, PE und SH bewertet, nach Qualität gerankt und nur die höchstplatzierten Projekte bis zur Ausschreibungsbudgetgrenze bewilligt; Panels werden vom ERC Scientific Council zusammengestellt und von externen Referees unterstützt.
Förderprofil
Der ERC Plus Grant ist ein neues Förderformat (geplant im ERC-Arbeitsprogramm 2026), das herausragende Forschende aus Europa und weltweit mit visionären, transformativen Vorhaben unterstützt, die über den Rahmen der bestehenden ERC‑Programme hinausgehen. Gefördert werden Projekte einzelner Principal Investigators, die große wissenschaftliche Herausforderungen adressieren und so ambitioniert sind, dass sie nicht mit einem regulären ERC‑Grant realisiert werden könnten; pro Jahr sind nur rund 30 ERC Plus Grants über alle Fachgebiete und Karrierestufen vorgesehen, was das Format extrem kompetitiv macht.
Förderumfang
ERC Plus Grants laufen zwischen vier und sieben Jahren; die maximale Fördersumme beträgt 7 Mio. €, zusätzliche Mittel über diesen Betrag hinaus können nicht beantragt werden. Die Förderung erfolgt als einmaliger Pauschalbetrag (Lump Sum), der auf einer realistischen Schätzung der förderfähigen direkten Projektkosten plus einer Pauschale von 25 % für indirekte Kosten basiert und die gesamte Arbeit unter der Maßnahme abdecken soll.
Antragsberechtigung und Fristen
Bewerben können sich Forschende aller Altersstufen und Nationalitäten mit einem exzellenten wissenschaftlichen Track Record an der Spitze ihres Feldes, die ihr Projekt an einer geeigneten Host Institution in einem EU‑Mitgliedstaat oder assoziierten Land durchführen; die PI darf im gesamten Berufsleben nur einmal einen ERC Plus Grant halten und muss mindestens 30 % ihrer Arbeitszeit dem Projekt sowie mindestens 50 % ihrer Zeit in der EU bzw. einem assoziierten Land widmen. Die Webseite dient derzeit nur der Vorab‑Information, bis das aktualisierte Arbeitsprogramm 2026 formal angenommen ist; wie bei anderen ERC‑Grants können Anträge ausschließlich als Antwort auf einen spezifischen Call mit festem Einreichungstermin gestellt werden, der im EU Funding & Tenders Portal und im Amtsblatt der EU veröffentlicht wird.
Auswahlverfahren
Die Begutachtung erfolgt durch internationale Peer Reviewer, die Exzellenz als einziges Kriterium anwenden und sowohl die bahnbrechende Natur und Ambition des Projekts als auch die intellektuelle Kapazität, Kreativität und Führungsstärke der PI bewerten; bei ERC Plus Grants wird der bisherigen wissenschaftlichen Leistung ein noch höheres Gewicht beigemessen, da die Antragstellenden als „Leaders in their field“ erwartet werden. Das Verfahren ist zweistufig.
Informationen zu ERC Synergy Grants finden Sie unter Internationalen Konsortialprojekten.
Forschende, die bereits einen ERC Grant innehaben und ein Forschungsergebnis aus ihrem laufenden oder bereits abgeschlossenen Projekt vorkommerziell verwerten möchten, können sich auf einen ERC Proof of Concept Grant bewerben. Das Projekt darf dabei maximal 12 Monate vor dem 1. Januar des Ausschreibungsjahres beendet worden sein.
Die Bearbeitungszeit des Antrags – von Einreichfrist bis Projektstart – beträgt ca. 7 Monate. 150.000 Euro können als Pauschale für 18 Monate beantragt werden.
Ein Merkblatt mit wichtigen Hinweisen zur Beantragung eines ERC Grants finden Sie im Serviceportal.
Viele Antragstellende verfügen über keinen unbefristeten Arbeitsvertrag. Daher sichert die TU Dortmund allen ERC Starting und Consolidator Grantees, die nicht über eine eigene Stelle verfügen, eine Finanzierung des verbleibenden Stellenanteils, der nicht über den Grant finanziert werden kann, für die Laufzeit des Grants zu. Bitte sprechen Sie uns frühzeitig an, sofern dies für Sie relevant ist. Im Erfolgsfall unterstützen wir Sie auch gerne während der Projektdurchführung, sowohl bei der Budgetüberwachung wie auch beim Reporting.
Wenden Sie sich gerne an das Team der Förderberatung.




